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Beginn der Schwangerschaft

Der Beginn einer Schwangerschaft bringt Dein Leben völlig durcheinander, denn der Gedanke an die kommende Verantwortung ist überwältigend. Es ist gut, dass die Natur Dir neun Monate Zeit gibt, Dich darauf vorzubereiten. Neben den physischen Veränderungen braucht es auch die Möglichkeit, sich darauf einzustellen, dass von nun an ein anderer Mensch im Mittelpunkt des eigenen Lebens stehen wird.

Obwohl Dich in diesem Moment Emotionen überfluten, ist es wichtig, sich mit den bürokratischen Dingen auseinanderzusetzen. Je eher diese erledigt sind, desto entspannter kannst Du Dich ausschließlich auf die Schwangerschaft, die körperlichen und seelischen Veränderungen und die Vorbereitung der Geburt konzentrieren.

Was ist zu tun?

Wurde Deine Schwangerschaft festgestellt und in einem Mutterpass dokumentiert, sollten folgende Dinge auf Deiner Checkliste stehen:

Bekanntgabe der Schwangerschaft beim Arbeitgeber

Zuerst sei gesagt, dass es keine rechtliche Festlegung gibt, wann Du Deinen Arbeitgeber über eine Schwangerschaft zu informieren hast. In familiären Unternehmen werden Schwangerschaften schneller bekannt als in Firmen mit vielen Angestellten, bei denen der Einzelne kaum Kontakt zum Chef hat. Dein Arbeitgeber wird einen Ersatz brauchen, wenn Du durch Mutterschaftsurlaub und Elternzeit ausfällst, daher ist es nur fair, ihn rechtzeitig über die Schwangerschaft zu informieren. Andererseits besteht in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten noch verstärkt die Möglichkeit, dass der Embryo abgestoßen und die Schwangerschaft dadurch abgebrochen wird. Daher ist es verständlich, dass viele Frauen diesen Zeitraum erst abwarten, um anschließend ihren Arbeitgeber zu informieren.

Dein Arbeitgeber sollte über die bestehende Schwangerschaft umgehend infomiert werden, wenn Du an einem Arbeitsplatz arbeitest, bei dem innerhalb des Mutterschutzgesetzes ein Beschäftigungsverbot während der Schwangerschaft gilt. Diese Regelungen können nur in Kraft gesetzt werden, wenn Dein Arbeitgeber Kenntnis von Deiner Schwangerschaft hat. Sobald er diese Information bekommt, ist er für die Umsetzung der Schutzvorschriften des Mutterschutzgesetzes verantwortlich. Weiß der Arbeitgeber allerdings nichts von der bestehenden Schwangerschaft, verzichtest Du damit auch auf die besonderen Regelungen des Mutterschutzgesetzes.

Wichtig: Die Schwangerschaft muss handschriftlich unterschrieben angemeldet werden, damit der Mutterschutz wirksam wird. Dabei sind für Deinen Chef der Geburtstermin, die Mutterschutzfristen, die Einteilung Deines Resturlaubs sowie der geplante Wiedereinstieg in den Job von Interesse.

Frühzeitiger Mutterschutz

Der Mutterschutz sorgt dafür, dass Du kurz vor und nach der Geburt nicht arbeiten musst und trotzdem finanziell abgesichert bist. Dieses generelle Beschäftigungsverbot wird durch das Mutterschutzgesetz geregelt und dient:

Das Mutterschutzgesetz sieht vor, dass Du keine schweren Gegenstände heben und Dich bei der Arbeit keinen gefährlichen Stoffen aussetzen darfst. Während Deiner Schwangerschaft und Stillzeit darfst Du zwischen 20 Uhr und 6 Uhr nicht arbeiten. Es gibt eine Ausnahmeregelung, bei der Du zwischen 20 Uhr und 22 Uhr beschäftigt werden darfst, wenn Du dieser Regelung zustimmst. Auch die Arbeit an Sonn- und Feiertagen kann mit Deinem Einverständnis erlaubt werden. Die konkreten Regelungen des Mutterschutzgesetzes findest Du hier:

http://www.bmfsfj.de/blob/94398/b235a06e6fa9ece3d1a6effbc5a510ee/mutterschutzgesetz-data.pdf

In besonderen Situationen greift der Mutterschutz aber auch schon am Anfang der Schwangerschaft. Dies ist beispielweise bei Risikoschwangerschaften der Fall, bei denen der Arzt Einschränkungen bezüglich der Arbeitstätigkeit attestieren muss.

Wenn nötig, finanzielle Unterstützung beantragen

Jedes neue Leben braucht materielle Versorgung. Alleinerziehende, Paare mit geringem Einkommen oder Schwangere in Ausbildung geraten dadurch schnell in finanzielle Schwierigkeiten. Um diese Probleme zu mildern oder abzuwenden, hilft die Bundesstiftung Mutter und Kind - Schutz des ungeborenen Lebens seit 1984 mit Beratung und finanzieller Unterstützung. Damit soll Schwangeren die Entscheidung für den Erhalt der Schwangerschaft selbst in schwierigen Zeiten erleichtert werden.

Die Hilfen erstrecken sich auf:

Diese Mittel werden auf die spezifische Situation der Mutter zugeschnitten und sind an folgende Bedingungen geknüpft:

Der Antrag sollte umgehend nach Bekanntwerden der Schwangerschaft gestellt werden. Eine persönliche Beratung erfolgt vertraulich und zeigt Möglichkeiten weiterer Leistungsansprüche auf. Der Antrag muss bei einer Schwangerschaftsberatungsstelle gestellt werden. Die entsprechenden Einrichtungen lassen sich mit Ortsnamen und Postleitszahl auf der folgenden Internetseite finden:

http://www.bundesstiftung-mutter-und-kind.de/beratungsangebote.html

Die finanzielle Hilfe der Bundesstiftung ist eine Unterstützung, auf die kein Rechtsanspruch besteht. Wird sie bewilligt, darf sie nicht auf andere Sozialleistungen angerechnet werden oder als Einkommen berücksichtigt werden.

Arzt oder Hebamme? Wer soll Dich in der Schwangerschaft betreuen?

Wenn Du die Schwangerschaft durch einen Arzt bestätigen lässt, ist es auch Zeit, sich Gedanken zur Betreuung des Schwangerschaftsverlaufes zu machen. Du kannst alle Untersuchungen von Deiner Gynäkologin vornehmen lassen oder Dich um eine Hebamme kümmern, die Dich in dieser Zeit betreut. Sie darf die Schwangerschaft feststellen, Vorsorgeuntersuchungen durchführen und Deinen Mutterpass ausstellen. Ultraschall-Untersuchungen müssen jedoch vom Arzt vorgenommen werden.

Warum gibt es Hebammen?

Keine Entbindung ohne Hebamme - ein Arzt darf nur im Notfall ohne Hebamme entbinden, so schreibt es das deutsche Hebammengesetz vor. Treten Komplikationen auf, sollte ein Arzt hinzugerufen werden. Per Gesetz ist aber jede Hebamme berechtigt, die Entbindung selbstständig zu leiten.

Nach der Geburt stehen Mutter und Kind bis zu 16 Betreuungstermine zu, die auf die ersten acht Wochen aufgeteilt werden. Dabei wird die Gewichtszunahme des Säuglings, das Abheilen des Nabels, und die Rückbildung der Gebärmutter kontrolliert. Die Hebamme versorgt Dammverletzungen und gibt Ratschläge zum Stillen, das sich erst einspielen muss.

Wer gesetzlich krankenversichert ist, kann sich durch eine Hebamme betreuen lassen. Dabei gibt es von Krankenkasse zu Krankenkasse Unterschiede bei der Übernahme verschiedener Leistungen. Soll Dich die Hebamme länger als acht Wochen nach der Geburt betreuen, musst Du die Kosten dafür selbst tragen. Einzige Ausnahme - der Haus- oder Kinderarzt verordnet eine weitere Betreuung.

Viele Hebammen bieten auch Kurse für Babymassage und Schwangerschaftsyoga an oder praktizieren geburtsbegleitend Akupunktur. Diese Angebote werden von den Krankenkassen meist nicht übernommen, da diese nur die Grundversorgung bezahlen. Hier solltest Du Dir schon zu Beginn der Schwangerschaft Gedanken machen, welche Angebote Du nutzen möchtest und nachfragen, ob die Kosten von Deiner Krankenkasse übernommen werden.

Moderne Medizin und natürliche Schwangerschaft

Solange die Schwangerschaft komplikationslos verläuft, ist die Betreuung durch eine Hebamme möglich. Im Fall von Risikoschwangerschaften oder Unregelmäßigkeiten wird die Hebamme jedoch an den behandelnden Gynäkologen verweisen.

Eine Hebamme betreut Dich nicht nur bei deinen Vorsorgeterminen. Freie Hebammen haben ein Ohr für Deine Fragen während der Schwangerschaft und entwickeln eine persönliche Beziehung zu Dir.

Wenn Du Dir bei deiner Wahl unsicher bist, kannst Du die Betreuung durch den Arzt und die Hebamme kombinieren. Viele Frauen fühlen sich hinsichtlich moderner Technik bei einem Frauenarzt gut aufgehoben, wollen aber das Gefühl persönlicher Betreuung nicht missen. In diesem Fall kannst Du gynäkologische Untersuchungen und Ultraschalltermine bei Deiner Gynäkologin wahrnehmen und Dich in den anderen Bereichen von einer Hebamme betreuen lassen. Wenn Du Dich auf die Suche nach einer passenden Hebamme machst, musst Du folgende Unterschiede innerhalb der Betreuungsintensität kennen:

Freiberufliche Hebamme
Diese Hebamme arbeitet auf freiberuflicher Basis und nehmen nur eine bestimmte Anzahl schwangerer Frauen zur Betreuung auf, um deren Bedürfnissen gerecht zu werden. Du wirst während Deiner Schwangerschaft und der Zeit des Wochenbettes von der freiberuflichen Hebamme individuell betreut. Dazu zählt auch eine Hausgeburt. Bei einer Klinikgeburt wird sie Dich nicht begleiten können, weil die Entbindungen dort durch das Klinikpersonal erfolgen.

Beleghebamme
Eine Beleghebamme arbeitet ebenfalls freiberuflich. Sie ist aber vertraglich mit einer Geburtsklinik oder einem Geburtshaus verbunden und kann Dich dort auch bei der Entbindung begleiten. Vorsorgeuntersuchungen finden ebenfalls in den vorgegebenen Räumlichkeiten statt, außerdem ist Deine Hebamme jederzeit für Dich erreichbar.

Angestellte Hebamme
Mit angestellten Hebammen kommst Du in Berührung, wenn Du Dich während der Schwangerschaft in einer gynäkologischen Praxis betreuen lässt und während einer Klinikgeburt. Abhängig vom Beginn der Wehen, werden Dich in einer Klinik verschiedene Hebammen während der Geburt Deines Kindes betreuen.

Wenn Du während der Schwangerschaft, der Geburt und der Zeit nach der Entbindung von nur einer Hebamme betreut werden möchtest, musst Du Dich sofort darum kümmern. Gerade in Großstädten und im ländlichen Raum sind freiberufliche Hebammen knapp. Die entsprechenden Informationen findest Du bei Hebammenvereinen oder Hebammennetzwerken, die entsprechende Verzeichnisse anbieten. (www.hebammenverband.de)

Alles auf einen Blick:

Was in der Frühschwangerschaft zu regeln ist: