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Vor der Geburt

Während und gegen Ende der Schwangerschaft musst Du Dich um folgende Dinge kümmern:

Die Kliniktasche

Was Dich auf den ersten Blick an Aufgaben zu überrollen scheint, verteilt sich auf mehrere Monate. Mehrere Wochen vor der Geburt solltest Du jedoch Deine Kliniktasche parat haben. Babys halten sich nicht an ärztliche Vorgaben. Deshalb solltest Du die Kliniktasche rechtzeitig packen und griffbereit in die Ecke stellen.

In die Tasche gehört eine Erstausstattung für Dein Baby, Windeln für den Nachhauseweg, Deine Geburtsurkunde sowie die des Vaters, Vaterschaftsanerkennung und falls vorhanden das Familienstammbuch. Wenn Du in einer Klinik entbinden und dort einige Tage bleiben möchtest, gehören Deine Wäsche, Stilleinlagen und persönliche Dinge ebenfalls in Deine Kliniktasche.

Der passende Kitaplatz

Wenn Du kurz nach der Geburt wieder arbeiten gehen musst, brauchst Du einen Betreuungsplatz. In Deutschland gibt es zwar einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz, wenn die Kapazitäten aber nicht vorhanden sind, nützt auch das beste Gesetz nichts. Halbstündige Fahrtwege mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis zur Kita gelten dabei per Gesetzgebung als zumutbar. Viele Kitas nehmen neue Kinder nur im Herbst auf, da zu diesem Zeitpunkt die Ältesten in die Schule wechseln und Plätze frei werden. Als Alternative für die Kinderbetreuung gelten Elterninitiativen, bei denen Du Dich allerdings zeitlich einbringen musst (kochen, gärtnern...).

Anmeldungen für einen Kitaplatz sind über Datenbanken im Internet möglich. Dabei solltest Du Dich gleich nach Bekanntwerden der Schwangerschaft auf eine Liste setzen lassen. Viele Kindereinrichtungen führen auch eigene Anmeldelisten. Daher solltest Du Deine Wunscheinrichtung in jedem Fall persönlich kontaktieren. So lernst Du die Räumlichkeiten kennen und erhältst einen Eindruck von der Atmosphäre und der Ausstrahlung der Erzieher. Bring Dich regelmäßig in Erinnerung, indem Du wegen einem Platz nachfragst, selbst wenn Du schon auf der Liste stehst.

Du kannst auch bei Deinem Arbeitgeber nachfragen, ob mit naheliegenden Kitas Verträge über ein bestimmtes Platzkontingent bestehen. Gerade große Firmen treffen mit umliegenden Kitas Vereinbarungen, um ihren Mitarbeitern Kitaplätze mit kurzen Wege zur Verfügung zu stellen.

Die Kosten für eine Kita fallen in jedem Bundesland anders aus. In einigen Bundesländern ist der Kitabesuch kostenlos, in anderen Ländern können die Kosten aber auch bis zu 600 Euro für ein Kind betragen. Dabei werden das Jahreseinkommen der Eltern, die Betreuungszeit, Geschwisterkinder und das Alter des Kindes berücksichtigt. Betreuungskosten der Kita können in der Steuererklärung angegeben und zu zwei Dritteln angerechnet werden. Die Grenze liegt dabei bei jährlichen 4000 Euro pro Kind.

Wenn Dir Kindergeldzuschlag oder Wohngeld bewilligt werden, ist der Kitaplatz kostenlos. Zu den eventuellen Kitakosten kommt noch das Essengeld hinzu. Wer nur Geringverdiener ist, kann beim Jugendamt einen Antrag auf Kostenübernahme stellen.

Klinik, Geburtshaus oder Hausgeburt

Wenn Du dich während der Schwangerschaft von Deinem Gynäkologen betreuen lässt, ist im zweiten Trimester der Zeitpunkt, den Geburtsort zu klären. Entscheidest Du Dich für eine Klinikgeburt oder möchtest Du in einem Geburtshaus entbinden, solltest Du Dir die Räumlichkeiten im Vorfeld ansehen. Viele Kliniken bieten feste Termine für Informationsveranstaltungen rund um die Geburt und zusätzliche Kreißsaalbesichtigungen an.

Gibt es keine Veranstaltungstermine, rufst Du in der Klinik an und bittest um die Möglichkeit, Kreißsaal und Wöchnerinnenstation ansehen zu dürfen. Bei einem individuellen Termin werden Dir alle Räumlichkeiten gezeigt und Fragen bezüglich des Geburtsablaufes beantwortet. Mit der Suche nach der für Dich passenden Klinik solltest Du im zweiten Trimester der Schwangerschaft beginnen, da es möglicherweise mehrere Anläufe braucht, um den passenden Geburtsort zu finden.

Geburtsvorbereitungskurs

Wenn Du in den Wehen liegst, wirst Du instinktiv in der richtigen Weise atmen und den Anweisungen der Hebamme folgen. Trotzdem gibt es Dir ein sicheres Gefühl, wenn Du im Vorfeld einen geburtsvorbereitenden Kurs absolvierst. Dieser wird von vielen Krankenkassen kostenlos angeboten, aber nicht von allen. Hier ist ein Anruf bei Deiner Krankenkasse hilfreich. Möchte Dein Partner Dich zu diesem Kurs begleiten, wird er in den meisten Fällen selbst zahlen müssen.

Vaterschaftsanerkennung

Wenn Du schwanger und nicht verheiratet bist, solltest Du Dich noch während der Schwangerschaft um die Vaterschaftsanerkennung kümmern. Die Anerkennung wird zur Berechnung des Unterhaltes benötigt, der dem Kind nach der Geburt zusteht. Außerdem ist sie die Grundlage für ein gemeinschaftliches Sorgerecht. Die Anerkennung der Vaterschaft wird auch für den Fall der Trennung beider Eltern gebraucht, um die finanzielle Versorgung des Kindes gerichtlich zu regeln.

Den Haushalt regeln

Kurz vor der Geburt musst Du planen, wie Du in die Klinik kommst, wer Dich abholt, die Aufsicht über ältere Geschwister und Haustiere übernimmt und sich die ersten Tage nach der Entbindung um Dich kümmert. Großeltern und Freunde springen meist hilfreich ein, sofern sie in der Nähe wohnen. Wenn festgelegt ist, wer Dich fährt und eventuelle Geschwisterkinder betreut, musst Du Dich auf die ersten Tage nach der Entbindung vorbereiten. Eine Geburt ist kräftezehrend und geht mit körperlichen Veränderungen einher, die Dich unter Umständen die ersten Tage ins Bett zwingen. Schlafmangel und Schmerzen durch einen eventuellen Dammriss kommen hinzu und Du fühlst Dich plötzlich völlig überfordert.

Stehst Du alleine da, kannst Du eine Haushaltshilfe bei der Krankenkasse beantragen. Am besten erledigst Du das schon vor der Geburt, wenn abzusehen ist, dass Du Dich alleine um Kind und Haushalt kümmern musst. Nach § 24h SGB V steht Dir als versicherte Person während der Schwangerschaft und nach der Geburt eine Haushaltshilfe zu, wenn Du das Führen Deines Haushaltes nicht schaffst und es keine Person in Deinem Haushalt gibt, die Dir dabei helfen kann. Diese Leistung wird so lange gewährt, wie der Arzt oder die Hebamme die Notwendigkeit bescheinigen. Die sonst übliche Pflicht zur Zuzahlung besteht bei dieser Leistung nicht.

Die Anträge

Mutterschaftsgeld:

Gegen Ende der Schwangerschaft musst Du Mutterschaftsgeld beantragen. Auf den Punkt gebracht haben alle Schwangeren Anspruch auf Mutterschaftsgeld, wenn sie bei einer gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig oder pflichtversichert sind und Anspruch auf Krankengeld haben. Der Mutterschutz beginnt sechs Wochen vor der errechneten Geburt und endet acht Wochen nach der Geburt. In dieser Zeit wird Mutterschaftsgeld von deiner Krankenkasse gezahlt. Bei einer Mehrlingsgeburt wird die Schutzfrist der Mutter generell von acht auf zwölf Wochen ab der Geburt verlängert.

Welche Summe Du während der Mutterschutzzeit erhältst, ist vom Nettogehalt der letzten drei Monate vor Beginn der Schutzfrist abhängig. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen pro Tag nur maximal 13 Euro Mutterschaftsgeld. Hast Du in Deinem Arbeitsverhältnis monatlich mehr als 390 Euro netto verdient (also mehr als 13 Euro pro Tag), zahlt Dein Arbeitgeber die Differenz als Zuschuss zum Mutterschaftsgeld.

Um die Lohnersatzleistung zu erhalten, musst Du einen Antrag stellen. Bist Du gesetzlich versichert, beantragst Du das Mutterschaftsgeld bei Deiner Krankenkasse. Dazu brauchst Du die Bestätigung Deiner Schwangerschaft und den errechneten Entbindungstermin, die Dir Dein Arzt oder Deine Hebamme in zweifacher Ausführung ausstellen. Ein Exemplar geht an die Krankenkasse, das andere an Deinen Arbeitgeber (für den Arbeitgeberzuschuss). Das Schreiben an die Krankenkasse musst Du noch mit Deinen Kontodaten und Deiner Unterschrift versehen, damit gilt das Dokument als Antrag auf Mutterschaftsgeld.

Dein Arzt wird diese Bescheinigung erst eine Woche vor der Schutzfrist austellen, also sieben Wochen vor dem Geburtstermin. Du solltest den Antrag dann umgehend versenden, damit Du während der sechswöchigen Schutzfrist vor der Geburt Geld erhältst. Um das Mutterschaftsgeld auch nach der Geburt zu erhalten, musst Du die Geburtsurkunde Deines Kindes an die Krankenkasse schicken. Nur unter diesen Voraussetzungen bekommst Du für acht Wochen das Mutterschaftsgeld nach der Entbindung.

Bist Du privat versichert oder in einer Familienversicherung, erhältst Du das Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt, möglich ist auch hier ein Zuschuss vom Arbeitgeber.

Hausfrauen und privat versicherte Selbstständige erhalten kein Mutterschaftsgeld. In diesen Fällen muss mit der Krankenversicherung eine Krankentagegeldversicherung abgeschlossen werden, die während des Mutterschutzes zahlt. In welcher Höhe die Bezüge liegen, ist von der individuellen Vertragshöhe abhängig.

Auf einen Blick:

Ausführliche Informationen zum Mutterschutzgeld: http://www.bmfsfj.de/blob/94398/b235a06e6fa9ece3d1a6effbc5a510ee/mutterschutzgesetz-data.pdf